Hier noch einmal die originale Mitteilung vom Mensa-Vorstand, wie und warum der Ausschluss Snowdens vor der Wahl erzwungen wurde (Hervorhebungen durch uns):

Betreff: [Mensa-News] Mensa News im Dezember 2014
Datum: 07.12.14 20:34:26
Von: „Tina Acham“
An: mensa-news (Verteiler)

Liebe Ms,

unsere aktuelle Mitgliederzahl ist 12.056.

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IQ-Preis 2014

Für den IQ-Preis 2014 stehen dieses Mal folgende Kandidaten zur Wahl:
In der Kategorie Kultur/Medien:
- Jonny Lee Miller
- Inge Deutschkron und Max Mannheimer
- Frauke Finsterwalter und Christian Kracht
- Dr. Gerald Hüther
- Romy Pötschke
- DRadio Wissen – Hirn will Arbeit
- Manfred Spitzer
In der Kategorie Wissenschaft/Innovation:
- Junior-Uni Wuppertal
- Walter Diehl
 
Abstimmen könnt Ihr ab dem 10.12.2014 und bis zum 31.12.2014 hier:
https://mind.laterne.de/abstimmung?mpn=abstimmung&vs=049
 
Bei Kandidaten, zu denen die IQ-Preis-Kommission kein klares Votum abgegeben hat, entscheidet der Vorstand. Dieses Jahr gibt es hierzu allerdings noch etwas mehr zu sagen. Dieses Jahr wurde beim IQ-Preis in der Kategorie Medien unter anderem Edward Snowden eingereicht. Die IQ-Preis Kommission stimmte nach interner Diskussion zunächst mehrheitlich für die Zulässigkeit von Snowden, so dass Snowden eigentlich offiziell als Kandidat zugelassen wäre.

Auf dringende Bitte des Vorstands, entschloss sich die IQ-Preis-Kommission jedoch zur Nichtzulassung.

Die Gründe des Vorstands waren die Folgenden:
 - Auch wenn die Begründung, warum Snowden den IQ-Preis verdienen würde nicht politisch gemeint ist und auch wenn seine Taten von der politischen Wirkung abgesehen, einen IQ-Preis unter Umständen rechtfertigen mögen, so ist die bloße Nominierung Snowdens dennoch ein eindeutig politisches Statement. Es wird als ein politisches Statement aufgefasst werden, ganz gleich mit welcher Begründung er nominiert wurde.
 
- Die Sympathien, die Snowden hierzulande genießt, hören teilweise schon hinter der Grenze auf. Es gibt viele Länder, in denen Snowden ein gesuchter Verbrecher ist und eine solche Nominierung auf völliges Unverständnis stößt. Auch britische und amerikanische Medien werden über diesen Vorfall berichten und die Berichterstattung wird lauten „Mensa verleiht den IQ-Preis an Edward Snowden“. Hinweise darauf, dass ausschließlich Mitglieder von Mensa Deutschland Edward Snowden wählen konnten und dass die Begründung für den Preis nicht politisch zu verstehen ist, werden dort ebenfalls nicht ankommen. Viele tausend Mensaner sehen sich dann in der Situation eine Handlung von MinD zu rechtfertigen, die aus ihrer Sicht sowohl völlig unverständlich als auch hochgradig politisch ist. Im schlimmsten Fall zieht das sogar weitere Verlautbarungen anderer Mensas nach sich, die Edward Snowdens Taten nochmals offiziell verurteilen.
 
- Es gibt keine klaren Kriterien in der IQ-Preis-Charta, die eindeutig die Nominierung von Edward Snowden unzulässig machen würden. Jedoch gibt es Passagen, die je nach Lesart durchaus so zu verstehen sind, dass Edward Snowden nicht als Kandidat in Frage kommt. Etwa die Formulierung „in Deutschland“ ist nach Lesart des Vorstands nicht unbedingt so zu verstehen, dass es ausreichet, wenn er lediglich „auch einen Einfluss auf Deutschland hatte“.
 
Wir als Vorstand stehen nun vor der schwierigen Situation hier eine Lösung zu finden. Wir können die Entscheidung der IQ-Preis-Kommission nicht überstimmen. Basierend auf diesen Gründen des Vorstands war ein Teil des IQ-Preis-Komitees bereit, sich der Stimme zu enthalten, so dass Snowden damit nicht zur Wahl steht. Dies geschah als Reaktion auf eine direkte Bitte des Vorstands.
 
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Tina Acham
Vorsitzende von Mensa in Deutschland e.V
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